Munitionsbergungsdienst unterstützt die US Defense POW/MIA Accounting Agency

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Nr.19 - LPBK - 320  | 14.11.2017  | MB  | BKSMB - Munitionsbergung

Die US-amerikanische „Defense POW/MIA Accounting Agency“ hat sich an den MBD M-V gewandt und um Unterstützung gebeten.

Aufgabe dieser Agentur innerhalb des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten ist es, die sterblichen Überreste von vermissten Soldaten, die als Kriegsgefangene (POW = Prisoner of War) oder Missing In Action (MIA) aufgeführt sind, zu suchen, zu bergen und in die USA zurückzuholen. Hierzu hat der MBD M-V bereits in der Vergangenheit unterstützt.

In diesem Fall geht es erstmalig um die Suche nach vermissten Bomberbesatzungen in der Ostsee, konkret um den Verbleib von insgesamt 10 Bombern vom Typ Consolidated B-24 (jeweils 10 Mann Besatzung) , die beim Angriff am 20. Juni 1944 auf das Hydrierwerk Pölitz (heute Police in Polen) über der Ostsee von der Luftwaffe abgefangen und abgeschossen wurden.

Von den insgesamt 358 gestarteten Bombern der 2. Bomberdivision erreichten nur 328 Bomber ihre Ziele (Pölitz: 245 Bomber, der Rest auf andere Ziele), insgesamt wurden 34 abgeschossen und 205 durch Beschuss beschädigt. Bereits auf dem Anflug auf das Ziel wurden innerhalb weniger Minuten 14 Bomber abgeschossen, von denen 2 eine Notlandung in Schweden gelang. Die anderen, darunter das gesamte 856th Squadron, stürzten im Raum nordöstlich von Rügen in die Ostsee. Von den 12 gestarteten Maschinen des 856th Squadron kehrte lediglich eine nach England zurück, weil sie vorzeitig die Mission mit Motorschaden abbrechen musste.

Zunächst geht es um Recherchen, um das Absturzgebiet einzuschränken (leider helfen Luftbilder im Wasser nicht …).

Sollte es zu konkreten Untersuchungen auf dem Meeresgrund kommen, wird der MBD wieder beteiligt. Es ist lediglich vorgesehen, bei eventuellen Funden nur sterbliche Überreste zu bergen, keinesfalls Flugzeugteile oder Kampfmittel/Waffen (Waffen höchstens zur Identifikation anhand der Seriennummer). Die Bergungsteams haben jeweils eigene EOD-Kräfte dabei, so dass sie beim Auffinden von Kampfmitteln entsprechend reagieren können.

Der Fund von Kampfmitteln wird dann dem MBD M-V gemeldet, dieser übernimmt dann die Abstimmung mit dem WSA bzgl. einer ggf. erforderlichen Bergung.