375 Soforteinsätze im Jahr 2015

Nr.11 - LPBK - 320  | 15.02.2016  | MB  | BKSMB - Munitionsbergung

Im Jahr 2015 wurden die Mitarbeiter des Munitionsbergungsdienstes Mecklenburg-Vorpommern (MBD M-V) insgesamt 375 Mal zu sogenannten "Soforteinsätzen" alarmiert, weil durch Einwohner Kampfmittel oder kampfmittelverdächtige Gegenstände gefunden wurden. Hierbei wurden insgesamt mehr als 9 Tonnen (9.242,82 kg) Kampfmittel geborgen. Die Bandbreite erstreckt sich hierbei von Einzelfunden von Handwaffenmunition über Infanteriekampfmittel (z.B. Handgranaten), Granaten, Bomben bis hin zu Großfunden, bei denen mehrere hundert Kilogramm Kampfmittel geborgen wurden.
Die größte Gesamtmenge bei einem Einsatz wurde im Juni aus der Ortschaft Grambow geborgen, wo bei Bauarbeiten eine Vergrabungsstelle der Wehrmacht entdeckt wurde. In insgesamt vier Einsatztagen wurden durch die Mitarbeiter der Außenstelle Mellenthin insgesamt 19.761 Stück Kampfmittel mit einem Gesamtgewicht von 1.918,41 kg geborgen. Neben 19.400 Schuss Infanteriemunition, Zündern, einer Kiste mit 60 kg Sprengstoff wurden 59 Handgranaten, 54 Gewehrgranaten, 24 Panzerfäuste und 188 Stück 8 cm Wurfgranaten (jeweils 7,5 kg, davon 2 kg Spremngladung) geborgen. Größte Einzelfunde waren z.B. die Funde von Bomben (500 kg bzw. 250 kg) in der Müritz. Munitionstechnisch interessant war der Fund eines Luft-Boden-Flugkörper von Typ HS 294, der bei der Untersuchung von Kabeltrassen in der Ostsee gefunden wurde.

Die Mitarbeiter des MBD M-V waren im Rahmen der o.a. Soforteinsätze hierzu insgesamt 2.442 Stunden unterwegs und legten bei den landesweiten Einsätzen insgesamt 47.688 km zurück. Die Gesamtkosten für diese Maßnahmen zur akuten Gefahrenabwehr betrugen 153.029,68 €, wobei für die Beseitigung ehemals reichseigener Munition eine Erstattung in Höhe von 91.519,36 € vom Bund beantragt wurde, weitere Kostenerstattungen erfolgen durch Gebühren bei kostenpflichtigen Einsätzen z.B. auf Bundesliegenschaften.

Auf den Finder /den Meldenden eines Munitionsfundes kommen in der Regel keine Kosten zu, da nach der entsprechenden Kostenverordnung hierfür von kommunalen und privaten Grundstückseigentümern keine Gebühren erhoben werden.

Zur Zeit wird die gesamte Jahresstatistik des MBD M-V erarbeitet, diese wird voraussichtlich im März veröffentlicht.