Maßnahmen der Gefahrenbeseitigung

  • Soforteinsätze zur unmittelbaren Gefahrenabwehr bei Zufallsfunden
  • Durchführung von planmäßigen Kampfmittelräummaßnahmen
  • Überwachung und Kontrolle von in der Kampfmittelräumung eingesetzten Privatfirmen
  • Abtransport, Zwischenlagerung und Vernichtung/Beseitigung von gefundenen Kampfmitteln

Bei der Entdeckung von Kampfmitteln (mehr als 400 Einsätze jährlich) wird der MBD M-V in der Regel über die Polizei alarmiert. Hierzu stehen während der Dienstzeit vier, nach Dienst rund um die Uhr zwei über das Land verteilte Einsatzteams zur Verfügung, um sofort tätig zu werden.

Die planmäßige Beräumung großer Flächen wird seit 1995 überwiegend durch private Kampfmittelräumfirmen durchgeführt. Die Vergabe erfolgt ausschließlich im Wettbewerb nach den Regeln der Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB) auf der Grundlage von Leistungspreisen. Die Vorarbeiten zur Vergabe (Ausschreibung) werden durch den Munitionsbergungsdienst M-V durchgeführt, die Vergabe erfolgt entsprechend § 2 Abs. 2 Kampfmittelverordnung im Namen des Innenministeriums ausschließlich durch das Landesamt. Die beauftragten Firmen arbeiten unter der Überwachung und Kontrolle durch den staatlichen Munitionsbergungsdienst M-V ("Fachaufsicht" gem. § 4 Kampfmittelverordnung M-V). Dies gewährleistet eine sachgerechte Vorbereitung und Durchführung der Ausschreibung, nachvollziehbare Vergabeentscheidung und eine fachlich kompetente Beaufsichtigung und Qualitätskontrolle der Leistungen der privaten Firmen.

In Mecklenburg-Vorpommern erfolgt die Beräumung kampfmittelbelasteter Liegenschaften ohne finanziell begründete Abstriche bei der Qualität der Beräumung. Mit sogenannter "Räumtiefenvorgabe" – d.h. dem bewussten Belassen von Kampfmittel im Boden ab einer willkürlich gewählten Tiefenlage von z.B. 20cm – beräumte Flächen werden vom Munitionsbergungsdienst M-V nicht freigegeben und weiter als "kampfmittelbelastet" geführt.

Bei Soforteinsätzen und Räummaßnahmen geborgene Kampfmittel werden ggf. an Ort und Stelle vernichtet bzw. - bei festgestellter oder hergestellter Transportfähigkeit - in einen der beiden Zerlegebetriebe des MBD M-V abtransportiert. Hier erfolgt zunächst eine Zwischenlagerung bevor die Kampfmittel delaboriert, zerlegt und schließlich unschädlich gemacht werden.

Zu den Aufgaben des MBD M-V gehört ebenfalls die Entschärfung von unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV) als Gefahrenabwehr, die weiteren polizeilichen Ermittlungen erfolgen durch die zuständigen Stellen der Kriminalpolizei.